UNSER STARGAST HEUTE – FORTSETZUNG

Miguel de Cervantes

[« zum Anfang] Die Schiffe waren größtenteils Galeeren. Kennen Sie: aus Ben Hur. DAS ist eine römische Galeere. Auf denen fuhren übrigens in Wahrheit niemals Sträflinge, sondern immer nur Freiwillige. Die waren ja schön blöd.

Die Galeeren zu Cervantes-Zeiten hatten natürlich Kanonen. Und sie hatten Besatzungen von mehreren Hundert Mann. Aber kein WC. Und keine Dusche. Dafür brauchten sie keine Hupe, um den Gegenverkehr zu warnen: Der Gestank der Galeeren war so groß, dass man sie riechen konnte, lange bevor man sie sah. Kilometerweit. Kein Witz. Da half noch nicht mal mehr Raumspray.

Für Cervantes verlief Lepanto nicht so gut. Er wurde von drei Kugeln getroffen, und dann hackte ihm auch noch jemand die linke Hand ab. Seither trug er den Spitznamen: Der Einarmige von Lepanto. Ein Glück, dass er Rechtshänder war. Sonst hätte er 34 Jahre später nicht den Don Quijote schreiben können - den vermutlich bedeutendsten Roman der Weltliteratur.

Und wer hat's gelesen? Wieder mal keiner. Aber den Film gesehen? Immerhin. Und die Schlacht? 1 : 0 für die Spanier! Die Türken mussten geschlagen nach Hause rudern. Bis auf ihren Chef Ali Pascha. Denn auch dem hatte jemand was abgehackt, und zwar den Kopf.

Die Spanier steckten ihn auf eine Lanze und winkten damit den Türken. Psychologische Kriegsführung nennt man das. Das Flaggschiff der Spanier, die La Real, kann man übrigens im Schifffahrts-Museum in Barcelona besichtigen. Gehen Sie es sich ruhig hin, es stinkt nicht. Nicht mehr. Adios - bis morgen!
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